Presse

Damals: Das Magazin für Geschichte, Nr. 6/2010
Im Land der weißen Elefanten
Vom alten Siam, dessen Geschichte sich im modernen Thailand fortsetzt, weiß man in Deutschland nur wenig. Seine besondere Bedeutung besteht darin, dass es als einziges südostasiatisches Land seine politische Selbständigkeit gegenüber den konkurrierenden europäischen Kolonialmächten bewahren konnte.
Die kleine Auswahl europäischer Reiseberichte (alle in deutscher Übersetzung), die Markus Bötefür publiziert hat, bietet faszinierende Einblicke in eine festgefügte, freilich langsam untergehende Welt, deren letzte Reste durch die modernen Touristenströme vollends zu verschwinden drohen. Zusammengestellt und kundig eingeleitet hat die durchweg faszinierende und empfehlenswerte Quellensammlung mit Bötefür ein guter Kenner des Landes, der mehrere Jahre an einer thailändischen Universität tätig war.
Die portugiesischen, niederländischen, französischen, englischen und deutschen Berichterstatter, die sich vom 16. bis ins 20. Jahrhundert mit ganz unterschiedlichen Interessen nach Siam/Thailand aufmachten, beschreiben ein verwunschenes Land, das den Europäern oftmals fremd blieb. Beherrscht von Königen, religiös tief geprägt vom Buddhismus und mit einer Bevölkerung, die sich in ihren kulturellen Orientierungen und in ihren Lebensformen grundsätzlich von den Europäern unterschied, bildete das Land für die Besucher aus dem fernen Westen ein Reiseziel, dessen Fremdheit und Exotik zu vielfältigen Kommentaren herausforderten. Im Fokus des Interesses standen die gottgleiche Stellung der autokratisch regierenden und angeblich mit magischen Fähigkeiten begabten Könige, der gegen die islami-schen und christlichen Missionierungsversuche resistente Buddhismus, nicht weniger die Frisur- und Bekleidungsmoden der freundlichen Bewohner, immer wieder aber auch die auffällige Verehrung von „weißen“ Elefanten, in denen man Reinkarnationen verstorbener Könige und Prinzen erblickte.
Die alte Hauptstadt Ayutthaya erregte als kosmopolitisches Zentrum Südostasiens und „Venedig des Ostens“ ebenso die Aufmerksamkeit der westlichen Besucher wie das Leben in der neuen Hauptstadt Thonburi (Bangkok). Besonderes Staunen riefen die Wett- und Spielfreude und die buddhistisch motivierte Tierfreundlichkeit der Siamesen hervor. Der in Diensten des Königshauses stehende deutsche Architekt Karl Döhring (1879 –1941) registrierte als ernsthaftes Modernisierungshindernis ausdrücklich die religiös begründete Ablehnung des westlichen Fortschrittsideals und Konkurrenzprinzips durch die Bevölkerung, die „einigen Hang zum Müßiggang“ zeige.
Die Schwärmerei des preußischen Diplomaten Friedrich Graf zu Eulenburg (1815–1881) für die am Königshof spielenden „allerreizendsten Jungen“ mit ihren „prächtigen Oberkörperchen“ und die Bemerkung John Hagenbecks (1866–1940), die Siamesinnen seien „durchaus nicht übermäßig prüde“, mögen dem Leser wie ein frühes Wetterleuchten moderner Entsetzlichkeiten vorkommen.
Prof. Dr. Paul Münch
NRZ, Juni 2009
Leichen mit Lokalkolorit
Nadine Gewehr
Oberhausen. Markus Bötefür legt zur Sterkrader Kirmeszeit seinen dritten Oberhausen-Krimi vor. Und der heißt „Fronleichnam” Riesenrad trotz Höhenangst? Geisterbahn trotz schwacher Blase? Oder vielleicht eine Portion gebrannter Mandeln trotz frischer Plomben in der Kauleiste? So eine Kirmes hat ja bekanntlich etliche Herausforderungen zu bieten. Eine Herausforderung der ganz besonderen Art ist das Sterkrader Fronleichnam-Spektakel für Markus Bötefür: „Der Name ist doch eigentlich prädestiniert für einen Krimi”, dachte sich der Alstadener Autor und setzte sich an den Schreibtisch. Gesagt, getan: „Fronleichnam” ist bereits der dritte Lokal-Krimi von Markus Bötefür.
Abstrus bis ulkig
Wie der Name schon verrät, spielt die Handlung zur Zeit der Kirmes und ist – wie bei den beiden Vorgängern „Leichenschau” und „Damenjagd” – geprägt von abstrus anmutenden Tatorten, ulkig schrägen Hauptverdächtigen und einer gehörigen Portion Lokalkolorit. Es ermittelt Thi Fischer, die 1,49 Meter große, deutsch-vietnamesische Kommissarin mit der Vorliebe für Hopfen und Malz, im Mordfall Robert Pielecke. Der Verleger wird tot in seinem Nobel-Loft am Hauptbahnhof gefunden, festgeklebt auf dem Fahrersitz eines seiner Luxusschlitten.
Hat sein Kollege etwas mit dem Mord zu tun, der schwule Osterfelder Proktologe und Hobby-Historiker mit Hang zu braunem Gedankengut? Und warum wird der türkische Neffe der Haushälterin des Mordopfers beim Auto-Scooter niedergestochen? Das Rätselraten kann losgehen.
Als dann auch noch die Gondel eines Kirmes-Karussells verunglückt, drei Obdachlose dabei den Tod finden, deren Leichen dann verschwinden und wenig später geschändet im Hiesfelder Wald auftauchen, ist die Verwirrung groß. Neonazis und Nekrophilie? Die Kommissarin mit der fiesen Sommergrippe und dem frisch gebrochenen Herzen steht vor einem Rätsel. Hilfe bekommt Thi Fischer in ihrem dritten Fall ausnahmsweise von Dauer-Nervensäge Dieter Brohm, der dafür bekannt ist, jedes Verbrechen in Oberhausen – am liebsten sind ihm die Morde – auf seine Kappe zu nehmen. Dieses Mal jedoch versucht er sich als Hobby-Sherlock-Holmes, nimmt verdeckte Ermittlungen auf und wird prompt zusammengeschlagen.
Warum müssen es eigentlich immer solch verrückte Vögel sein, die Markus Bötefür in seinen Geschichten mit Leben füllt? „Ganz einfach”, verrät der Germanist und Historiker: „Im wahren Leben laufen die mir auch ständig über den Weg. Da ist es nur logisch, dass ich solche Oberhausener Originale in meine Krimis einbaue.”
Und wer hat den Verleger historischer Weltkriegsliteratur nun auf dem Gewissen? Wer's wissen will: „Fronleichnam” heißt der dritte Oberhausen-Krimi von Markus Bötefür, erschienen im KBV-Verlag, erhältlich im Buchhandel für 9,50 Euro. Nachlesen lohnt sich
WAZ, Mai 2009
Schmökerstunde
Der dritte Oberhausen-Krimi von Markus Bötefür ist gerade erschienen: „Fronleichnam“. Nicht, dass sich die Sterkrader Kirmes danach gerichtet hätte – eher umgekehrt. Der Roman, wie auch seine Vorgänger, zielt weniger auf akribische Ermittlungsarbeit und passegenaues Recherchepuzzeln. Er wirkt durch sein akzentuiertes, alltagsbizarres Personal. Im ersten Krimi „Leichenschau“, ging es um die Herkunft und Zuordnung herrenloser Unterarme. Im zweiten „Damenjagd“ wurden die Reihen der Oberhausener Jägerschaft und Sportpädagogen gelichtet. Im aktuellen ist vom dubiosen Karussellunfall über Mord im Neonazi-Milieu bis zur Nekrophilie einiges Schröckliche enthalten, das die Ermittler unter Leitung von Kommissarin Thi Fischer und unter Mitarbeit diverser Biere und Klarer zu klären haben. Unorthodox und angenehm politisch unkorrekt. Melancholisch-Feuchtes sucht man vergebens, dafür findet man Furztrockenes. Und so paradox es klingen mag: Es kommt eine ruhrgebietliche Familiarität auf, wenn etwas weite Welt durch Oberhausen weht. (A.W.)
WAZ, Mai 2009
Fronleichnam
Von Florian Timm
Es gibt nicht wirklich viele Anlässe zu Feiern, aber wenn der Oberhausener Krimiautor Markus Bötefür erneut seine Hauptfigur Thi Fischer im Oberhausener Untergrund ermitteln lässt, dann ergibt sich dieser von selbst. Um den Beruf des Krimiautors einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, bietet der Treffpunkt beim Sterkrader Buchhändler Arndt Wiebus eine gute Gelegenheit. Dieser ist nämlich absoluter Experte, was die Literatur rund um das Ruhrgebiet betrifft und Bötefür gehört mit seinem bereits dritten Kriminalroman „Fronleichnam“ mittlerweile zum festen Bestandteil der Riege der aktuellen Ruhrgebietsliteraten.
In „Fronleichnam“ steht die gleichnamige Sterkrader Kirmes unter keinem guten Stern. Erst wird ein junger Türke von einer Bande Neonazis niedergestochen und dann fällt auch noch die Gondel eines Fahrgeschäfts aus der Verankerung und reißt drei Obdachlose in den Tod.
Alles nur Zufall oder steckt mehr dahinter? Es ist zum Fürchten, wenn man bedenkt, dass dies in visionärer Zukunft, also noch in diesem Jahr, passieren soll. Auf die Frage, ob er nicht befürchte, die Schausteller könnten auf die Barrikaden gehen, entgegnet Bötefür trocken: „Ich habe Spaß am Schreiben und dies mache ich ohne Rücksicht auf Verluste. Zudem ist hoffentlich jedem klar, dass es sich immer noch um eine Geschichte handelt“.
Und genau so angstfrei und unbeschwert liest sich auch „Fronleichnam“. Und dabei kommt Heimatgefühl auf. Arndt Wiebus bringt es auf den Punkt: „Es geht in dem Buch nicht um akribische Ermittlungsarbeit, sondern im Mittelpunkt steht das bizarre Publikum, das in besonderer Weise akzentuiert wird“. Dabei spielt er auf die echt wirkende Kulisse, auf die Ruhrgebietsmenschen selbst an, die die Wege der Kommissarin Thi Fischer, ob in ihrer Stammkneipe oder auf der Kirmes selbst, immer wieder kreuzen. Es scheint, als sei man den Menschen im Buch in Oberhausen oder im Ruhrgebiet selbst schon einmal begegnet. „Die Menschen in meinen Büchern sind zum größten Teil der Wirklichkeit entsprungen. Dabei war ich noch sparsam, denn die wirklich schrägen Sachen, die so passieren, glaubt einem doch nachher keiner“, so Bötefür.
„Markus ist kein Autor, der vom Krimi lesen zum Krimi schreiben kam“ fügt Wiebus an, und schließt damit bei Bötefürs Werken, den Effekt des schon mal „da Gewesenen“ aus.
Das scheinen auch die Leser zu honorieren, denn die Nachfrage nach vom Autor signierten Werken ist hoch und steigt zusehends an.Wer also einen spannenden und humorvollen Blick in die Kristallkugel wagen möchte, sollte sich beeilen, denn schon bald ist „Fronleichnam“ Gegenwart.
ruhr-guide, Mai 2009
Markus Bötefür – Fronleichnam
Oberhausen ist mal wieder Schauplatz eines Verbrechens, besser gesagt direkt dreier Verbrechen, welche alle von Kommissarin Thi Fischer gelöst werden wollen. In Markus Bötefürs drittem Kriminalroman dreht sich diesmal alles um das Wochenende der Fronleichnamskirmes.
[ruhr-guide] Die sich überschlagenden Ereignisse, der Mord an Robert Pielecke, einem Verleger sogenannter "historischer Weltkriegsliteratur", die Messerstecherei bei der ein junger Mann schwer verletzt wird und ein Unfall der drei Obdachlose zu Tode kommen lässt - alle finden sie ausgerechnet am Wochenende der größten Oberhausener Kirmes statt, der Sterkrader Fronleichnamskirmes. Die Gemeinsamkeit all dieser Geschehnisse ist anfangs nur, dass sie in den Zuständigkeitsbereich der Protagonistin fallen: Thi Fischer eine ihren männlichen Kollegen in Ruhrpott-typischer Prolligkeit und Alkoholkonsum nichts nachstehenden, 1,49 m kleinen, gerade sitzengelassenen Ermittlerin der Oberhausener Kriminalpolizei. Doch scheinen die Zwischenfälle plötzlich in viel engerem Verhältnis zu stehen wie zunächst angenommen. Als dann auch noch die Sekretärin des Verlegers vermisst wird, der niedergestochene Mann sich als der Neffe Pieleckes Haushälterin entpuppt und die drei Leichen der Unfallopfer entführt werden, gibt es keinen Zweifel mehr: das wird ein ganz großer Fall!
Bötefürs dritter Roman
Fronleichnam ist der dritte Roman aus Markus Bötefürs Feder, der sich um die Fälle der Kommissarin Thi Fischer dreht. Schon mit Damenjagd und "Leichenschau" hat der Oberhausener Germanist und Historiker die Intimität mit seiner Geburtsstadt in einem spannenden Krimi verwoben. Das in Fronleichnam vorrangige Thema ist die Auseinandersetzung mit rechten Strukturen, Homosexualität innerhalb der selbigen und damit eng verbunden die Homophobie, die Bötefür seinen Darstellern immer wieder glaubhaft unterjubelt.
Wie schon in den beiden ersten Romanen findet man in Fronleichnam jede Menge lokale Atmosphäre und trifft auch alte Bekannte wieder. Wie zum Beispiel den beratenden Beistand Thi Fischers, den Psychotherapeuten Dr. Molitor oder den Möchtegernkriminellen Dieter Brohm, dem zwar wieder einmal kein Schuldgeständnis abgenommen wird, der aber diesmal nicht wenig an einer Lösung des Falles beteiligt ist. Auch die tägliche Einkehr im "Haus Ostermann" ist wichtiger Bestandteil des Alltags der Kommissarin und ihrer Kollegen, trifft man hier doch den ein oder anderen nützlichen Charakter unter den Stammgästen.
Fazit Wieder einmal hat es Markus Bötefür geschafft, einen fesselnden Roman zu Papier zu bringen. Einmal angefangen, drängt es direkt danach herauszufinden wer denn der Täter ist. Mit trockenem Humor und interessanten Charakteren ist das Buch eine echte Empfehlung.
Ruhrwort, Februar 2009
Thi Fischer heißt die deutsch-vietnamesische Kommissarin, die nicht nur Mördern und Psychopathen, sondern auch der Seele des Ruhrgebiets auf der Spur ist. Sie ist als Waisenkind im Friedensdorf Oberhausen aufgewachsen und ist die junge Ich- Erzählerin einer neuen und schrägen Krimireihe. In ihrem zweiten Fall „Damenjagd“ hat sie es mit einem Serienkiller zu tun, der es auf die Oberhausener Stadtjäger abgesehen hat. Dazu kommt noch der rätselhafte Mord an einem Sportlehrer, sowie ein dreißig Jahre zurückliegender Entführungsfall, der scheinbar mit den aktuellen Geschehnissen in Verbindung steht.
Detailgenau und mit einer Portion Sarkasmus beschreibt Markus Bötefür in seinen Krimis neben den Mordfällen besonders das alltägliche Leben der Oberhausener. Wer im Ruhrgebiet zu Hause ist, wird seine Kriminalromane eher als Heimatliteratur oder Realsatire kennen lernen. Alle, die nicht im Ruhrpott aufgewachsen sind, lernen es vielleicht beim Lesen seiner Bücher von einer etwas anderen Seite kennen. Zu Gast bei der Kolpingsfamilie in Oberhausen Alstaden betonte Bötefür, dass er nicht wolle, dass das Ruhrgebiet auf den Bergbau und seinen Dialekt reduziert werde. (Lena Harmes)
Jäger, Januar 2009
Bereits zum zweiten Mal lässt der Oberhausener Autor Markus Bötefür seine deutsch-vietnamesische Kriminalkommissarin Thi Fischer ermitteln. Diesmal geht sie auf „Damenjagd“, denn sie muss gleich eine ganze Mordserie an Jägern im Ruhrgebiet aufklären – und dabei in eine für sie völlig neue Welt eintauchen. Einschließlich der Probleme mit renitenten Hobby-Ornithologen, Naturschützern und militanten Kanzelsägern, die ihre Ermittlungen erschweren. Bötefürs Kommissarin beschreibt als Ich-Erzählerin die Opfer, deren Umfeld und Tatdetails teils ins Skurrile überspitzt, so dass sich der Leser im Fortgang ihrer Ermittlungen zunehmend fragt, ob er sich noch einfach nur in einem spannenden Krimi oder schon in einer subtilen Parodie dieses Genres befindet. Für Krimifreunde unbedingt lesenswert. (Frank Martini)
Deutsche Jagdzeitung, Oktober 2008
Kein Jagdbuch, ein Jägerkrimi
Markus Bötefür, Jahrgang 1965, gilt unterdessen als Geheimtipp unter den Krimifreunden. Er schreibt Kriminalromane mit „Ruhrpott-Kolorit“. Seine erschaffene Ermittlerin, die 35-jährige Thi Fischer, ursprünglich aus Vietnam stammend, arbeitet in diesem Buch an einem Aufsehen erregenden Fall. Für sie wird die Zeit knapp, denn Serientäter drohen sämtliche Turnriegen und Hegeringe im Ruhrpott auszulöschen. Die junge Ermittlerin taucht dabei immer tiefer in die bizarre Welt der Sportvereine, Jäger und Jägerinnen sowie Hegeringe ein. Als wären die Serienmorde nicht schon genug, bereitet ihr auch noch ein 30 Jahre zurückliegender Entführungsfall Kopfzerbrechen.
Bötefür hat einen Hang zum Bizarren. Er schreibt gut, ironisch, gelegentlich selbstironisch. Und Jäger, die nicht immer nur Jagdklassiker lesen wollen, werden über seine durchaus kritischen Betrachtungen im Kreise der Jägerschickeria schmunzeln. Mir hat der Krimi jedenfalls gefallen. (Andreas Rockstroh)
NRZ, August 2008
Bötefürs blutiges Waidwerk
LESUNG: In der Reihe „Mord am Montag“ im K 14 ging ein Alstadener Autor auf „Damenjagd“.
Allzu oft dürfen Mitglieder der Oberhausener Jägerschaft ihrem Waidwerk nicht in geschlossenen Räumen nachgehen. Und auch Oberhausener Lehrer sind wohl lieber „auf’m Platz“ als in der Turnhalle. Dass sich Jäger und Lehrer aber am Montagabend neben einer stattlichen Zahl weiterer Gäste in der Fabrik K 14 einfanden, liegt an der Phantasie des Alstadener Autors Markus Bötefür. Derselben fallen nämlich in seinem zweiten Kriminalroman „Damenjagd“ diverse Angehörige beider eingangs erwähnten Bevölkerungsgruppen zum Opfer.
Humorvoll geht Bötefür sein blutiges Werk an, aus beinahe jeder Zeile der aus Sicht der deutsch-vietnamesischen Oberhausener Ermittlerin Thi Fischer erzählten Geschichte spritzt Ironie hervor. Gut, Blut auch manchmal, aber das kann doch einen Jäger nicht erschüttern. Drei Waidmänner stießen während der Lesung gar munter ins Horn, meldeten musikalisch beispielsweise kurz nachdem der Autor die zweite Leiche erreicht hatte ein „Sau tot.“
Bei der „Damenjagd“ vermengt Bötefür geschickt Realität und Fiktion. So findet sich die dritte Leiche beispielsweise im Tierpark im Kaisergarten. Nur wenige Schritte weiter die Konrad-Adenauer-Allee hinunter hat der Autor deren Wohnstatt platziert: einen alten Wohnwagen. So scheucht er seine Kriminalisten, seine Leser und in diesem Fall auch seine Zuhörer quer durch Oberhausen und Umgebung – und durch die Welten der beiden so gefährdeten Gesellschaftsgruppen.
Bei der Lesereihe „Mord am Montag“ im K 14, die dadurch bekannt ist, dass die Auswahl der Autoren sich auf jene konzentriert, die sich durch eine augenzwinkernde Sicht auf Kriminalfälle auszeichnen, kam das natürlich gut an. Übrigens nicht nur beim Publikum. Bötefür: „Ich freu’ mich über meinen eigenen Text so sehr, dass ich gar nicht stoppen möchte.“ Ist okay: Gut Schuss. (Michael Nicolas, Redaktion Oberhausen)
WAZ, Juli 2008
Damenjagd
Von Vietnam bis nach Oberhausen. Schriftsteller Markus Bötefür hat seinen zweiten Krimi veröffentlicht- Aber auch als Angel-Autor macht sich der weit gereiste Oberhausener einen Namen.
Von Florian Timm
Weit ab vom üblichen Ruhrgebietsklischee des Malochers gibt es auch noch die Menschen, die sich als ganz normale Ruhrgebietsbewohner bezeichnen dürfen und wohl auch die sind, die man in den ehemaligen Kohle- und Bergbaustädten am häufigsten antrifft. Zu dieser Art von Pottlern gehört auch der Oberhausener Kriminalschriftsteller Markus Bötefür, der kürzlich seinen zweiten Krimi „Damenjagd“ auf dem Buchmarkt präsentiert hat.
Dass seine Vita auch nicht das ist, was man als völlig normal bezeichnet, erschließt sich erst vollends bei näherer Betrachtung. Auf die Frage, welcher der bekannten Schriftsteller zu seinen Liebsten gehört, bekommt man von dem promovierten Geschichtswissenschaftler die etwas unerwartete Antwort: „Ich habe keine Vorbilder in der Literatur. Der erste Roman den ich gelesen habe, ist „Leichenschau“ gewesen und den habe ich selbst geschrieben“.
Allein in dieser Aussage steckt seine Spitzbübigkeit, die sich der 43- Jährige bis heute erhalten hat.
Wie er selbst ist auch ist die Hauptfigur in seinen Romanen ein oberhausener Gewächs, das jedoch mit vietnamesischen Wurzeln aufwartet. Er schreibt aus der Ich-Erzählerinnen Perspektive der 1,49 Meter großen Kommissarin Thi Fischer, die in seinem neuen Werk auf den Spuren eines ominösen Sportlehrer-Killers ist, dem beim Morden offenbar homophobe Motive zu Grunde liegen. Hierbei entführt uns Bötefür in die etwas komplexere Welt des Ruhrgebiets und speziell in die Oberhausens.
„Ich habe den Anspruch, es so zu zeigen, wie es ist“
Der Ansporn für sein Schreiben liegt dem immerwährenden Klischee des typischen Ruhrgebietsmenschen zu Grunde. „Mich nerven einfach diese ständigen überspitzten Darstellungen des geistig minderbemittelten Pottlers. Ich habe den Anspruch es so zu zeigen wie es ist“. Und diese Kenntnis kann man dem Fan von „Opa-Kneipen“ in keiner Weise absprechen. Er trinkt „gern“ sein Bier in den Lokalitäten, die man auch Eckkneipen nennt, um sich dort mit den Leuten zu unterhalten, die ihm die Inspiration für seine Geschichten liefern.
Dass man es hier mit einem wirklich weltoffenen Menschen zu tun hat, der zudem noch mit einer anständigen Portion Humor ausgestattet ist, gehört zu jenen positiven Charaktereigenschaften, die ihn zu einer freundlichen und durchaus beliebten Persönlichkeit in Alstaden machen. Seinen Wurzeln ist er immer treu geblieben, zudem seine Eltern und Großeltern über 99 Jahre lang die „in Alstaden bekannte Metzgerei Bötefür geführt haben“, auf die er bis zum heutigen Tag immer noch angesprochen wird.
In Kreisen gilt er als absoluter Fachmann, was den gesamten Bereich des Angelsports betrifft. Er hat mehrere Ratgeber und Fachbücher über seine Leidenschaft geschrieben und dabei Länder wie Kuba, Laos, Vietnam und Kanada bereist.
Wie man sieht, ein ganz normaler Lebenslauf eben, und wer sich von der Kunst seines Schreibens selbst überzeugen will, besorgt sich entweder einen der beiden Romane oder besucht mal vorab die Internetseite www.markus-boetefuer.de und liest sich einen der wirklich guten Reiseberichte durch. Bequemer kommt man nicht nach Kambodscha...
Thi Fischer contra Horst Schminanski
Markus Bötefür hat sich den Charakter der kleinen Oberhausener Kommissarin Thi Fischer natürlich nicht einfach ausgedacht, sondern hat bei seinen unzähligen Aufenthalten in Ostasien das entsprechende Material gesammelt, um Thi Fischer Leben einzuhauchen. So ermittelt Fischer in „Leichenschau“ auch im thailändischen Pattaya. In Thailand war er drei Semester als Privatdozent tätig. Seine Kommissarin „weiterentwickeln zu können“ ist sein größter Wunsch. Ein Drehbuch ist auch schon in Arbeit und könnte Abwechslung zu Horst Schimanski sein.
Bonner General-Anzeiger, Juli 2008
Kommissarin auf Damenjagd
Unter Damenwahl kann man sich ja etwas vorstellen aber „Damenjagd“? In Markus Bötefürs so betiteltem Krimi geht es nicht um die Hatz auf weibliche Wesen, sondern vielmehr um zwei bizarre Mordserien. Alle Opfer sind männlich und waren entweder Sportlehrer oder Jäger. Mit der deutsch-vietnamesischen Kommissarin Thi Fischer, die mit einer Größe von 1,49 Meter nicht gerade dem polizeilichen Gardemaß entspricht, dafür aber einen beachtlichen Appetit auf Pils an den Tag legt, ist Bötefür eine Figur gelungen, die man so leicht nicht vergisst. This zweiter Fall führt in die Welt der Vereine und Waidmänner, unter denen es, mittlerweile, auch bemerkenswert viele Frauen gibt. Gut recherchiert und flott geschrieben.
NRZ, Juni 2008
"LITERATUR. Markus Bötefür legt seinen zweiten, schön lokalkolorierten Oberhausen-Krimi vor: Heute liest er aus "Damenjagd".
Ein Serienmörder geht um in Oberhausen, schächtet einen schwulen Sportlehrer, erstickt einen Leichtathleten im Sand seiner Sprunggrube und sorgt bei den Jägern der Stadt für eine erhebliche Dezimierung der Anhängerschaft. Die Waidmänner dieser Stadt müssen sich aber nicht fürchten: Der Killer treibt nicht wirklich in Oberhausen sein Unwesen, sondern im neuen Roman von Markus Bötefür. "Damenjagd" heißt der zweite Krimi des Alstadeners, in dem Kommissarin Thi Fischer auf Mördersuche geht. Hatte die deutsch-vietnamesische Kriminalkommissarin in ihrem ersten Fall "Leichenschau" noch mit abgehackten Gliedmaßen zu tun, sind die Toten der "Damenjagd" einigermaßen vollständig. Mal abgesehen vom Jäger ohne Gesicht, dem Falkner ohne Augen und Nase und der Leiche im Hiesfelder Wald, an dem sich bereits hungrige Wildschweine zu schaffen gemacht haben.
Und wer war's? Dieter Brom natürlich, der schrullige Typ, der auch schon im ersten Roman für jede Bluttat in Oberhausen verantwortlich sein wollte. Diesmal sitzt er im enganliegenden Rodler-Dress im vorweihnachtlich geschmückten Büro der 1,49 Meter großen buddhistischen Kommissarin. Eingebuchtet wird er trotzdem nicht, auch wenn er es sich noch so sehr wünscht.
Eckkneipen als Fundgruben
Ganz schön kurios. Wie kommt man als promovierter Historiker auf solche Ideen? "Kuriose Menschen und kuriose Geschichten haben mich schon immer interessiert", sagt der Autor. Seit seinem 16. Lebensjahr gehe er für sein Leben gern in "Opa-Kneipen", erzählt der 42-Jährige, und meint damit die fürs Ruhrgebiet typischen Eckkneipen, "in denen man kuriose Menschen trifft, die wunderbare Geschichten zu erzählen haben". Seine Krimi-Geschichten habe er so aus einem "reichen Erfahrungsschatz" zusammenbasteln können, sagt der Oberhausener grinsend. Lokalkolorit hat der Roman also reichlich. Autobiographisches auch: Mit Mord und Totschlag hat der Autor zwar primär im wahren Leben nichts zu tun - selbst wenn er angelt landen viele der Fische nach dem Fang wieder im Wasser. Mit der Jägerszene, in der der Roman hauptsächlich spielt, fühlt er sich aber trotzdem verbunden. Mit seinem Freund, dem Jagdhund Barry, stromerte Bötefür als Knirps gern durch Alstaden und lernte so das Friedhofs-Waidwerk kennen: Der hiesige Gottesacker war das liebste Karnickel-Jagdrevier des Rüden."
ruhr-guide, Juni 2008
"Markus Bötefür: Damenjagd Es wird wieder blutig in Oberhausen - der zweite Krimi von Markus Bötefür steht in den Regalen: Jede Menge Leichen, viel Lokalkolorit und mittendrin die zierliche Vietnamesin Thi Fischer als ermittelnde Kommissarin.
[ruhr-guide] Ob Sportler oder Waidmann – in Oberhausen lebt es sich gefährlich. Während die erste Gattung - genauer die der Sportlehrer - verschnürt an der Sprossenwand, fachmännisch geschächtet oder auch mal kopfüber in der Sprunggrube gefunden werden, haben die Oberhausener Jäger es eigentlich besser: Zwar dezimiert sich auch die Mitgliederzahl der Kreisjägerschaft deutlich, aber zumindest sterben sie etwas weniger kreativ.
Im Gegensatz zu Bötefürs Erstlingswerk "Leichenschau", in dem zwar viele abgetrennte Arme aber keine einzige Leiche die Hauptrolle spielten, kann sich die nur 1,49 große Asiatin und Kommissarin der Oberhausener Mordkommission, Thi Fischer, diesmal vor Leichen kaum retten. Aufgrund der unterschiedlichen Vorlieben der Mörder scheint sie es mit zwei Mordserien zu tun zu haben, die in keinem Zusammenhang miteinander stehen. Oder gibt es dort doch eine ungeklärte Verbindung? Was haben wertvolle Ikonen und der Barbar von der Zeil mit braven Sportpädagogen, die sich dem Balletttanz widmen und der ungewöhnlich hohen Mortalität der Waidmänner, die sich vor allem dem Alkoholkonsum verschrieben haben – betrunken macht das Töten von Tieren halt noch mehr Spaß-, zu tun?
Damenjagd im Ruhrgebiet
Fragen über Fragen, die Thi Fischer und ihre Kollegen mal wieder souverän lösen. Der Leser trifft auf viele bekannte, schrullige Charaktere wie Dieter Brom, der mehr Menschen als jeder ambitionierte Serienkiller auf dem Gewissen hat – zumindest glaubt er das. Und wieder wird ihm sein sehnlichster Wunsch verwehrt – endlich verhaftet zu werden. Auch die fröhliche Thekenrunde im Haus Ostermann ist wieder mit von der Partie. Nebenbei lernt der Leser auch noch einiges über die waidmännische Fachsprache und das Selbstverständnis des Oberhausener Hegerings. Das sieht die örtliche Naturschutzgruppe naturgemäß allerdings etwas differenzierter ...
Auch mit seinem zweiten Krimi "Damenjagd" kann Markus Bötefür wieder überzeugen. War der erste Band vergleichsweise unblutig, geht es diesmal richtig zur Sache. Das Blut fließt in Strömen und die spannende Story zieht den Leser in ihren Bann: Wie vermutet, blieb es also nicht nur bei der Leichenschau von Frau Fischer, jetzt werden auch Damen gejagt ...
Fazit: Neben einer spannenden und ungewöhnlichen Story bietet "Damenjagd" viel Lokalkolorit, seltsame Gestalten und verblüffenden Einblicke in die Parallelwelt des Waidmanns an sich ... Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!"
NRZ, Juli 2007
„ALSTADENER. Doktor der Geschichtswissenschaft schreibt auch Kriminalromane, ist als aktiver Angler Fachautor und Reisender. Das nennt man Bandbreite: Ein Doktor der Geschichtswissenschaften schreibt Ruhrgebietskrimis, unterrichtete Deutsch in Thailand, verfasst wissenschaftliche Chroniken, so etwa über den beschaulichen Essener Stadtteil Werden, reist durch die Weltgeschichte und angelt. Dies für sein Leben gern. Dazu führt er andere Sportangler zu guten Plätzen und schreibt natürlich auch darüber in Fachmagazinen. Dr. Markus Bötefür ist also so was wie ein Tausendsassa. Und wie wird man einer? "Tja, habe nicht auf Lehramt studiert", sagt der 42-jährige Alstadener.
Ist der Ansatz einer Erklärung, aber nicht viel mehr. Vielleicht wäre ihm Lehrer zu einfach gewesen, vielleicht mag er sich nicht in übliche Rahmenbedingungen einfügen. "Ist schon was dran." Bötefür liebt Selbstständigkeit, hat vielleicht den Hang zur Eigenbrötlerei, der Anglern mitunter nachgesagt wird. Wobei: Wenn jemand versucht, in Deutschland als Raubfischguide sein Einkommen aufzubessern, muss er zwangsläufig auf Menschen zugehen können und auch eine pädagogische Ader haben. Kann er, hat er.
Dass dazu Durchhaltevermögen kommt, versteht sich von selbst. In anderen Ländern ist Guiden, also das Führen von Gästen zu Angelplätzen und die Weitergabe von Fachwissen, eine Selbstverständlichkeit, im Sinne des Naturschutzes sogar oft vorgeschrieben. Hier, im Ruhrgebiet ist Bötefür ein Exot. Er kennt noch einen Kollegen, der das am Niederrhein versucht.
"Aber gucken Sie doch mal, was wir hier für tolle Gewässer haben. Mit dem Strukturwandel blühte die Natur wieder auf, alle Gewässer wurden sauberer." Hier glüht der Lokalpatriot. Paradebeispiele sind für ihn die Ruhr und zunehmend der Rhein. "Den Fluss mag ich sehr", sagt der Mann, der seinen Doktor mit "Reiseberichten aus dem 30-jährigen Krieg" im 17. Jahrhundert am Lehrstuhl von Paul Münch in Essen baute.
Als Dozent in Thailand
Danach begann seine Reisezeit als Dozent an diversen Bildungseinrichtungen in Deutschland, anschließend zog es den Asien-Fan als Gastdozent an die Songkla University in Süd-Thailand. "War aber nicht doll dort, eine Moslemprovinz, irgendwie war die Atmosphäre ständig aufgeladen." Dann doch lieber wieder heim ins beschauliche Oberhausen und frisch ans Werk: schreiben, schreiben, schreiben - über alles, wovon er Ahnung hat. Dass Angeln dazu gehört , hat er seinem Großvater zu verdanken. Der schenkte ihm im zarten Alter von fünf Jahren den ersten Bambusstecken und der Alstadener Junge begann daraufhin, die Ruhr zu erkunden. Nach 35 Jahren darf man sich getrost Fachmann nennen.
"150 Zander fange ich im Jahr, dazu kommen Hechte und Barsche, in letzter Zeit auch immer öfter Rapfen, selten Welse. Immer mit Kunstködern wie Blinkern, Spinnern, Wobblern oder Gummifischen, die meisten Fische werden zurückgesetzt, weniger gehen an Bekannte und Familie. "Ich bin Fischstäbchenesser", bekennt er verschämt eine nicht nur in Angelkreisen verbreitete Geschmacksauffälligkeit.
In Fachmagazinen gibt er sein Praxiswissen wieder, und hat auch den vielbeachteten "Angelführer Ruhrgebiet" geschrieben. Nächsten Monat erscheint von ihm im Klartext-Verlag das nächste Buch: "Angelführer Niederrhein". "Der Rhein bei Wesel oder Xanten ist sehr gut für Zander", sagt der Kenner. Mit den Buchveröffentlichungen kamen Anfragen, ob er denn nicht an die besten Plätze führen könnte. So entstand sein nächstes Standbein: Raubfischguide Dr. Markus Bötefür, prangt es lustig auf seiner Visitenkarte.
Kommissarin heißt Fischer
Weil zwischen den Fischgängen immer noch Zeit ist, setzte er sich an seinen Computer und ersann die Figur der Kommisarin Thi Fischer. Die nimmt ihre Arbeit in Bötefürs erstem Krimi "Leichenschau" natürlich in Oberhausen auf und ermittelt demnächst weiter. Der Doktor arbeitet dran.Historisches, Reise- und Kulturberichte: www.markus-boetefuer.de. Informationen zum Fischfang an Rhein und Ruhr: www.raubfischguide.de. Bötefürs Lieblingsstellen: Liricher Kanalschleuse (Barsch), Alstadener Ruhr (Hecht, Barsch), Ruhrmündungsstück (zusätzlich Zander und Rapfen), Rhein zwischen Duisburg und Wesel (Zander).“
Wochenanzeiger für Oberhausen, Mai 2007
Das Grauen kommt aus Oberhausen
Neue Kommissarin ermittelt im Pott.
Auf der Mattscheibe haben Frauen als Kommissarinnen längst Derrick & Co. abgelöst. Und auch auf dem Papier setzen sich die Ladies immer mehr durch. Aktuellstes Beispiel ist Thi Fischer, die in ihrem Krimi-Debüt „Leichenschau“ direkt ein paar ganz eklige Dinge zu sehen bekommt. Der ungewöhnlichen Ermittlerin aus Oberhausen begegnen nämlich plötzlich auf Schritt und Tritt säuberlich amputierte Männerarme. Nur vom „Rest“ fehlt jede Spur. Doch dass kann die 35-jährige Deutsch-Vietnamesin nicht erschüttern. Mit Kollege Andi an ihrer Seite begibt sich Thi auf die Suche nach dem vermeintlichen Serienmörder und verlässt sich dabei mehr auf ihr feines Kommissarinnen-Näschen als auf Anweisungen von oben. Ihre Ermittlungen führen Thi schließlich bis in ihre asiatische Heimat...
„Leichenschau“ ist der erste Kriminalroman des Oberhauseners Markus Bötefür, der bisher unter anderem Angelführer geschrieben hat. Mit der unkonventionellen Multikulti- Polizistin hat er eine interessante Figur geschaffen, die stets von reichlich Lokalkolorit umgeben ist. Ein kurzweiliges Vergnügen...
ruhr-guide, April 2007
Das Krimi-Debüt von Markus Bötefür spielt mitten im Ruhrgebiet. Genauer in Oberhausen, wo sich nicht nur das CentrO befindet, sondern sich auch neuerdings jede Menge Leichenteile finden.
[ruhr-guide] Genauer gesagt sind es immer die gleichen Extremitäten, die Kommissarin Thi Fischer vor unlösbare Probleme stellen: Männerarme. Auf Ellbogenhöhe fachmännisch abgetrennte Männerarme. Ist es zuerst nur einer, werden sie bald mehr: nach dem ersten Fund im Kaisergarten folgen bald weitere im gesamten Stadtgebiet und darüber hinaus. Aber wo sind die ehemaligen Besitzer? Keine Leichen, aber jede Menge Fragen hat Frau Fischer, im Oberhausener Friedensdorf aufgewachsene Vietnamesin, in ihrem ersten Fall am Hals.
Und dazu noch jede Menge skurrile Typen wie den Kenia-Werner, Dieter Brom, der ewige Möchtegern-Täter, eine zickige Domina oder einen seltsamen Pathologen mit noch seltsamerem Musikgeschmack. Und nicht zuletzt ihre Kollegen, die sich allabendlich in der Oberhausener Eckkneipe versammeln und zusammen mit ihr das eine oder andere Bier kippen. Thi Fischer, als Kommissarin auch mal bereit, das Gesetz etwas eigensinnig zu interpretieren, stößt ausgerechnet in ihrem Urlaub in Thailand auf die erste heiße Spur. Und leiht sich anschließend in Holland einen Arm als Köder ...
Und abends ein Pils und einen Kurzen
Der erste Roman von Markus Bötefür ist ein typischer Ruhrgebietskrimi voller Lokalkolorit, vieler bekannter Ecken in Oberhausen und noch mehr schräger Typen. Trotz der vielen Männerame ist "Leichenschau" ein unblutiger Krimi, der ganz ohne Leichen auskommt - zumindest im üblichen Sinne – und trotzdem hoch spannend ist. Für jeden Krimi Fan im Revier ein Muss! Im Ruhrgebiet kennt Markus Bötefür sich aus: hier ist der promovierte Oberhausener Historiker und Journalist nicht nur zu Hause und als Angelexperte und Autor hervorragender Angelbücher bekannt, sondern auch als Raubfischguide unterwegs. Einen Artikel zum Thema Angeln im Ruhrgebiet von Markus Bötefür finden Sie hier.
Fazit: Der Krimi "Leichenschau" ist ein gelungener Einstieg von Bötefür in das Krimi-Genre. In Zukunft wird von der sympathischen Kommissarin sicher noch einiges zu hören sein!
NRZ, Februar 2007
Erster Krimi aus Oberhausen LITERATUR. Gerade erschienen: Der promovierte Historiker Markus Bötefür webt Lokalkolorit in seinen spannenden Debüt-Roman "Leichenschau".
So geht´s los: Rita Stutensee macht einen gemütlichen Spaziergang mit ihrem Schäferhund Nero durch den Kaisergarten. Eine halbe Stunde später muss sie von einer Notärztin versorgt werden. Grund: Ihr Rüde apportierte statt eines Stöckchens einen menschlichen Unterarm - sauber abgetrennt. Wer macht nur sowas? Fragt sich auch Thi Fischer. Die Kommissarin der Oberhausener Mordkommission muss sich bereits seit Monaten mit herrenlosen Extremitäten herumplagen und hat nicht den Hauch eines Anhaltspunktes. Verteilt ein Serienmörder seine Opfer häppchenweise im Ruhrgebiet? Handelt es sich um Dumme Jungen-Streiche? Oder treibt ein verrückter Leichenfledderer sein Unwesen?
Idee kam am Kanal
Der Oberhausener Markus Bötefür ist unter die Krimi-Autoren gegangen. "Leichenschau" heißt sein Debüt und steht seit der vergangenen Woche in den Regalen der Buchläden. Die Idee zur Geschichte sei ihm spontan gekommen - als er in aller Ruhe pfeiferauchend und angelnd am Kanal saß, Gedanken nachhing und vor sich hin sinnierte, erzählt der Autor.
Die Hauptfigur gab´s allerdings schon vorher: "Thi Fischer" ist entstanden, als der heute 41-Jährige versuchte, einstige Spielkameraden aus dem Friedensdorf ausfindig zu machen. Als das nicht gelang, blieb ihm nur die Möglichkeit, seinen Freunden von damals fiktive Werdegänge zu verpassen. Dabei herausgekommen ist Thi: in Vietnam geboren, und im Friedensdorf zu 1,49 Meter herangewachsen, schmeckt ihr das Feierabend-Bierchen in der Stammkneipe so gut wie das thailändische Essen ihrer besten Freundin Mali.
"Die Menschen im Ruhrgebiet sind einfach Spitzenklasse", meint der in Alstaden aufgewachsene Bötefür. In der Literatur seien sie aber zu selten vertreten, dachte sich der promovierte Historiker (Studium von Geschichte und Germanistik in Essen) und schritt alsdann zur literarischen Verarbeitung von Geschichten, die er alle in irgendeiner Weise selbst schon erlebt hat.
Episoden eigenen Ruhrpott-Lebens
Menschliche Gliedmaßen habe er zwar noch nie gefunden, aber ansonsten wimmele der Roman nur so von Episoden seines ureigenen Ruhrpott-Lebens, erzählt der Schriftsteller mit verschmitztem Lächeln.
Und weil 41 Jahre in Oberhausen - eigentlich 40, denn ein Jahr verbrachte der Asien-Fan als Gastdozent für Germanistik in Thailand - jede Menge Erzählstoff liefern, ist eine Fortsetzung bereits in der Mache.
Hörspiel ist in Arbeit
Ebenso ein Hörspiel. Das würde sich in Sachen "Leichenschau" gut machen. Da kommt Thyssen-Pensionär Otto gesprochen auch bestimmt noch besser rüber als Schwarz auf Weiß, bitte laut lesen: "Ich hab schon für die Frau gesacht, das ist ja sagenhaft mit die Arme überall. Habt ihr der Rest schon gefunden?" "
Leichenschau" ist 2007 im KBV-Verlag erschienen, 240 Seiten, 9,50 Euro. Ab sofort in allen Buchläden und unter www.kbv-verlag.de erhältlich.
ruhrwärts, Februar 2007
"Für die 35-jährige Thi Fischer ist ihr Herkunftsland Vietnam genauso weit weg wie für andere Ruhrpottler auch. Aufgewachsen im Friedensdorf, beschäftigt als Kommissarin bei der Mordkommission Oberhausen. Es zählt das Hier und Jetzt. Und das ist bestimmt von eigenartigen Charakteren, die Thi Fischer tagtäglich umgeben.
Und von fein säuberlich amputierten Männerarmen, die plötzlich in und um Oberhausen gefunden werden. Thi und ihre Kollegen tappen zunächst im Dunkeln. Treibt ein Serienmörder sein Unwesen? Wo sind die Reste der Leichen zu suchen?
Doch dann weist eine Tätowierung auf eine Spur, die ins thailändische Rotlichtmilieu führt. Ein ohnehin geplanter Urlaub mit ihrer Freundin Mali nach Südostasien kommt gerade zupass, um Licht in den Fall zu bringen. In Bangkok und dem Junggesellenparadies Pattaya nimmt die Sache schließlich eine merkwürdige Wendung...
Markus Bötefür arbeitet detailgenau seine intimen Kenntnisse von Oberhausen und der weiten Welt in diese komplett schräge Story ein. Das nervt aber keineswegs, selbst locker hingeworfene Details zu Angeltechniken und Köderarten dienen eher dazu, die beschriebenen Szenen stimmig und kurzweilig zu gestalten.
Die Hauptperson, jene Kommissarin Fischer, hat eine recht rustikale Art, mit der Unbill des Schicksals umzugehen. Probleme sind dazu da, sie zu lösen. Und wenn es mit der Lösung etwas länger dauert, der Chef nervt, ihre Kleidergröße wieder einmal nur in der Kinderabteilung erhältlich ist oder Kollege Andi zickt, gibt es immer noch den Alkohol. Große innere Konflikte gibt es nicht zu bewältigen, und ihre Sensibilität gegenüber dem Gesetz, den Vorgesetzten und Kollegen hält sich in überschaubaren Grenzen - ihre Willenskraft jedenfalls überragt ihre Körpergröße bei weitem.
Die anderen Personen werden aus der Sicht der Kommissarin beschrieben, sehr genau und mitunter sehr entlarvend. Frau Fischer kennt ihre Leute und weiß die richtigen Knöpfchen zur richtigen Zeit zu drücken. Ob Domina, Pathologe, Jungmedizinerin oder verfetteter Spurensicherer: auf irgendeine Art bekommt sie von allen, was sie will.
Das Buch steckt voller Witz und trocken vorgebrachtem Humor, ist dabei sehr locker geschrieben, ohne analysierend auf die Untiefen der menschlichen Psyche einzugehen. Auch der Fall selbst stellt sich als eher witzig denn als blutrünstig dar. Bötefür braucht keine vollständigen Leichen, um Spannung zu erzeugen. Ihm reichen Arme.
Vielleicht erfahren wir im nächsten Band ja ein wenig über Frau Fischers Liebesleben und ihrer persönlichen Leichen im Keller. Wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann den: der lockere Schreibstil verleitet ein wenig zu einer oberflächlichen Darstellung der Handelnden und ihrer Motive. Aber vielleicht ist die Kommissarin ja genau so: eine genaue Beobachterin, ohne sich die Dinge allzusehr zu Herzen zu nehmen.
Der KBV-Verlag in Hillesheim hat das Seine zum Lesevergnügen beigetragen: eine schöne Aufmachung und eine gut lesbare Schrift sorgen auch bei Nicht-Oberhausenern für angenehme Lesestunden.
ruhr-guide, August 2005
Angeln im Ruhrgebiet. Wegweiser zu Fischen und Gewässern" - der neue Führer zu den besten Fangplätzen im Revier. Ob die Ruhrstrecke bei Hattingen oder das Hagener Meer, hier fischt niemand mehr im Trüben!
[ruhr-guide] Angeln ist in! Seit Jahren wächst die Anglergemeinde unaufhaltsam - schon über 4 Millionen Bundesbürger greifen regelmäßig zur Rute. Diesem Trend stellt sich auch der Klartext-Verlag und bringt mit dem Buch "Angeln im Ruhrgebiet" von Markus Bötefür einen "Wegweiser zu Fischen und Gewässern" im Revier heraus.
Seit über 30 Jahren befischt der Autor nun schon die Flüsse und Seen des Ruhrgebiets. Auf 100 Seiten gibt er nun allen Petrijüngern im Revier seine besten Tipps preis. Und die Fischgründe im Ruhrgebiet sind wahrlich nicht zu verachten! Ob 20 Kilogramm schwere Karpfen, die es in vielen Gewässern zu angeln gibt oder 15 Pfund schwere Zander im Rhein oder den Kanälen - Angeln im Ruhrgebiet lohnt sich in jedem Fall.
Das Buch gliedert sich in drei Kapitel. Im ersten Abschnitt stellt Markus Bötefür die Angelgewässer vor: Darunter selbstverständlich die verschiedenen Ruhrstrecken, die besten Angelplätze am Rhein, die Kanäle und Häfen und natürlich die Seen wie der Kemnader Stausee oder der Blaue See in Ratingen. Jedes Gewässer wird ausführlich beschrieben und dazu werden Tipps zu Ködern, Fangzeiten und Methoden gegeben. Am Ende jeden Artikels findet sich eine Übersicht zum richtigen Gerät, zu Erlaubnisscheinen und Ausgabestellen, zu Bedingungen am Angelplatz und zur Anfahrt. Es gibt darüber hinaus eine übersichtliche Beisszeittabelle.
Das zweite Kapitel von "Angeln im Ruhrgebiet" beschäftigt sich mit den diversen Fischarten in den heimischen Gewässern. Hier finden sich Informationen zu besonderen Kennzeichen, Laichzeiten und Fangplätzen, zu Größen und Geräten sowie Ködern. Ob Hecht oder Aal, Rotfeder oder Rotauge - hier bleibt kein Fisch außen vor. Im letzen Kapitel runden dann einige leckere Fischrezepte aus dem Ruhrgebiet das Buch ab.
Fazit: "Angeln im Ruhrgebiet" von Markus Bötefür ist der ultimative Führer zu den schönsten und ertragreichsten Angelplätzen im Ruhrgebiet. Übersichtlich und kompetent teilt der Autor sein Fachwissen über die Fischgründe im Revier mit seinen Lesern. Wer da nicht sofort zur Angel greifen möchte, ist selber Schuld!
Angeln im Ruhrgebiet
Ein Wegweiser zu Fischen und Gewässern , Klartext-Verlag 2005, Essen, 104 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschiert, 9,95 €, ISBN 3-89861-384-4 (pk)
WAZ, August 2005
Praktische Tipps von Aal bis Zander
Für Petrijünger: "Angeln im Ruhrgebiet"
Kein Anglerlatein: 1,5 Millionen Bundesbürger sind stolze Besitzer eines Jahres-fischereischeins, weitere 2,5 Millionen bezeichnen sich als Gelegenheitsangler. Und reichlich gute Fanggründe bietet das Revier.
Es muss ja nicht unbedingt "Loch Wels" sein: Derart ungeheuerlich betitelte die Boulevardpresse einen Fischteich in Dorsten-Schermbeck, aus dem zwei Angler aus Essen und Oberhausen Mitte Juni einen Prachtwels von satten 78,5 Kilo hievten – was einen Run von Petrijüngern aus ganz Deutschland auslöste.
Dabei sind derartige Kaventsmänner in unseren Breiten keine Seltenheit: Sie können sogar bis zu drei Meter lang und 150 Kilo schwer werden. So steht’s zumindest im neuen Angelführer "Angeln im Ruhrgebiet" von Markus Bötefür, der nach eigenen Angaben seit 30 Jahren heimische Gewässer befischt. Auf 104 Seiten bietet das handliche Taschenbuch, das weniger durch optisches Blendwerk als durch kompetente Tipps überzeugt, allerlei Wissenswertes. Über Gewässer(Ruhr, Rhein, Kanäle, Häfen, Seen und Teiche); über Fische von Aal bis Zander – und ein paar zünftige Fischgerichte gibt’s auch. Zum Beispiel: gebratene Rotaugenfilets, Frikadellen vom Brassen, Schleie Blau und gedünsteter Aal. Na dann: Petri Heil (msg)
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Prof. Dr. Paul Münch